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Staub und Späne richtig absaugen

Staub und Späne aus der Werkstatt richtig absaugen

Bei einem holzverarbeitenden Gewerbe werden von der Berufsgenossenschaft genauste Vorgaben zum Absaugen von Spänen und Holzstaub gemacht. Heimwerker sind in der eigenen Werkstatt zwar nicht dazu verpflichtet, allerdings sollten auch hier entsprechende Maßnahmen getroffen werden. Der entstehende Holzstaub ist gesundheitsgefährdend. Dies gilt vor allem für Staubabfälle die durch die Bearbeitung von Harthölzern entstehen. Buchen- oder Eichenstaub kann durch das Einatmen Krebs erzeugen. Besonders gefährdet sind die Nasenschleimhäute. Wird Holzstaub über einen längeren Zeitraum eingeatmet, kann dies zu Asthma oder allergischen Reaktionen auf der Haut führen. Zum Schutz sollte daher bei der Arbeit eine Maske getragen werden. Dies ist zwar ziemlich lästig, schütz aber die Gesundheit.

ACHTUNG: Explosionsgefahr!

Staub und Späne bringen aber noch andere Probleme mit sich. In der Werkstatt bildet sich eine unschöne Schmutzschicht. Der feine Staub zieht in jede Ritze, und kann dadurch die Maschinen blockieren, den Lagern zusetzten und die Arbeitsabläufe behindern. Ist die Konzentration an Staub sehr hoch, kann dies sogar zu Explosionen führen. Das Risiko einer Staubexplosion ist umso höher, je feiner der Staub ist. Heimwerker die gern basteln müssen sich dieser Gefahr bewusst sein!

Hat sich in der Werkstatt über tage- oder sogar wochenlang eine Staubschicht abgelagert, kann der Holzstaub durch das Öffnen eines Fensters oder der Tür aufgewirbelt werden. Verursacht nun das Einschalten einer Maschine Funken, bieten diese sehr feinen Staubpartikel eine ausreichende Fläche, um Feuer zu fangen. Blitzschnell werden benachbarte Holzpartikel in Brand gesetzt, das Luft-Staub-Gemisch erhitzt sich sehr stark und zündet schließlich komplett. Dadurch entsteht eine explosionsartige Verpuffung. Es ist also sehr wichtig, die anfallenden Späne während der Arbeiten abzusaugen und regelmäßige Ablagerungen zu vermeiden. Damit Späne und Staub erst gar keine Chance haben, sollten sie gleich dort abgesaugt werden, wo sie entstehen. Sind die Verarbeitungsreste sehr fein, ist dies noch wichtiger. Hier machen sich gerade für kleine Werkstätten im Privatbereich Maschinen mit einem separaten Späne-Fang-Sack bezahlt.

Wie sieht es bei DIY-Werkstätten aus?

Beim Selbermachen muss also auch immer an die Sicherheit gedacht werden. Da in der Hobby Werkstatt meist nur kleine Maschinen ohne eigene Absaugvorrichtung eingesetzt werden, kann hier ein Absaugstutzen eingesetzt werden. Viele kleinere Werkzeuge sind mit einem nützlichen Späne-Fang-Sack ausgestattet. Für das basteln als Hobby in der eigenen Werkstatt, wird meist der guten alten Werkstattsauger eingesetzt. In der DIY Werkstatt bildet dieser meist den Mittelpunkt der Werkstatt. Dabei sind jedoch einige Kriterien zu beachten. Ein handelsüblicher Haushaltssauger ist für diesen Zweck nur bedingt geeignet, da die Kapazität nur begrenzt ist und der Dauerbetrieb diese Geräte bereits nach mehreren Stunden überlastet.

In einer DIY Werkstatt muss aber dennoch nicht gleich eine professionelle fest installierte Absauganlage sein. Solch eine Absauganlage braucht nicht nur einiges an Platz, sondern ist auch in der Anschaffung relativ teuer. Also sollte auf einen robusten Allzweck- bzw. speziellen Werkstattsauger zurückgegriffen werden. Damit können nicht nur Holzspäne aufgesaugt werden. Auch grobe Verschmutzungen in der Werkstatt und oft sogar Flüssigkeiten können damit gereinigt werden. Ob der Sauger für den gewünschten Einsatzort geeignet ist, lässt sich an den Staubklassen, für die er freigegeben ist erkennen.

Bei der Einteilung in die Staubklassen werden verschiedene Kriterien wie zum Beispiel der Durchlassgrad für Staub und die Möglichkeit zur staubfreien oder staubarmen Entsorgung der aufgenommenen Stoffe berücksichtigt. Die Staubklassen werden in Großbuchstaben angegeben. Hobbyhandwerker können sich grob an folgende Einteilung halten.

Die Staubklassen im Überblick

L= Leicht gefährliche Stäube. Diese Geräte eignen sich für Hausstaub, feinen Mörtel, Sand, leichte Erde und ähnliche unbedenkliche Substanzen. Hier werden an die Entsorgung keine besonderen Ansprüche gestellt.

M= Mittel gefährliche Stäube. Diese Geräte sind für die Aufnahme allergie- und krebserregender Holzstäube, Nickel, Kupfer, Lackschliff etc. geeignet. Auch in der Hobbywerkstatt sollten Geräte der Staubklasse M zur Mindestausstattung gehören.

H= Hoch gefährliche Stäube. Dazu gehören Substanzen wie Schimmel, Blei, Kadmium, Mineralfaser, Formaldehyd, Asbest etc. Hier besteht eine große Gefahr für die Gesundheit. Bei der Entsorgung sind einige Dinge zu beachten. Das kann man nicht einfach selber machen. Hier sollte Rat bei einem Fachmann eingeholt werden.

Staub richtig absaugen

Werkstattsauger sind zwar sehr leistungsstark, einige Substanzen sollte man damit jedoch keinesfalls absaugen. Das Absaugen bei Arbeiten mit Metall sollte unbedingt unterlassen werden. Hier entstehen fast immer Funken, die einen abgeschlossenen Behälter oder Späne-Fang-Sack in Brand setzen können. Wird zum Beispiel nur ein altes Möbelstück bearbeitet, in dessen Holz ein Nagel vergessen wurde besteht bereits eine Gefahr. Sobald Metalle zu bearbeiten sind muss der Späne-Fang-Sack oder der Absaugschlauch von der Maschine abgenommen werden bzw. darf der Werkstattsauger nicht zum Absaugen eingesetzt werden. Wird viel mit Metall gearbeitet, sollte ein Funkenabscheider installiert werden. Eine weitere Gefahrenquelle sind brennende Chemikalien aller Art, leichtflüchtige Lösemittel oder aggressive Laugen und Säuren.

In der Hobby Werkstatt fallen also große Mengen an Sägemehl, Staub oder Spänen aller Art an. Diese Abfälle sind natürlich fachgerecht zu entsorgen. Späne von unbehandelten Holz lassen sich problemlos kompostieren. Allerdings neigen diese zum Verklumpen und können verfaulen. Daher sollten diese mit anderen lockeren Materialien wie Strauchschnitt gemischt werden. Größere Mengen an Holzresten lassen sich nicht kompostieren. Gerbstoffreiche Holzarten wie beispielsweise Walnuss, Kastanie, Platane oder Eiche zersetzen sich nur sehr langsam und werden zu saurer Erde, die für den Garten nicht gut geeignet ist. Späne von behandeltem Holz haben selbstverständlich in der Natur nichts verloren. Diese sind wie sehr feiner Staub in der Restmülltonne zu entsorgen. Wurde Sägemehl verunreinigt, weil es zum Binden von Altöl benutzt wurde, ist es im Sondermüll zu entsorgen.

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